Tierschutz ist seit 2002 Staatsziel und ist so auch im Grundgesetz verankert. Wie es um den Tierschutz in Deutschland wirklich steht, zeigen immer wieder Aufnahmen von Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen: Schweine leiden in reizarmen Betonbuchten, Hühner leben dichtgedrängt zu zehntausenden in Hallen, Kälber werden nach der Geburt ihrer Mutter entrissen. Wenn solche Aufnahmen einen neuen Skandal auslösen, werden immer wieder Forderungen nach neuen oder strengeren Gesetzen laut. Was ist von neu erlassenen Gesetzen zu halten? Sichern diese den Tierschutz in Deutschland?

Die Tierschutz-Nutztierhaltungssverordnung wurde seit 2002 in vielen Punkten erweitert oder angepasst. Die neuen Vorschriften zum Halten von Pelztieren beispielsweise sind so gestaltet worden, dass die Produktion von Pelz in Deutschland schlichtweg nicht mehr rentabel ist. Fälle wie dieser zeigen, wie systematisch Tierquälerei in der sogenannten Nutztierindustrie ist. Müssten die Ställe wirklich an artgerechte Lebensbedingungen angepasst werden, lohnt es sich einfach nicht mehr: Ein funktionierendes, ausbeuterisches System der Nutztierhaltung ist ohne Tierquälerei nicht möglich.

Einige Tierarten werden in der Nutztierhaltungssverordnung überhaupt nicht beachtet, so gibt es beispielsweise keine verbindlichen Vorschriften zum Halten von Puten oder Enten. Für Kaninchen gab es ebenfalls lange keine Vorschriften. Erst im Jahr 2014 wurden sie in die Verordnung aufgenommen. Tierschützer*innen hatten immer wieder Aufnahmen von eingepferchten Kaninchen in kommerziellen Mastbetrieben veröffentlicht, woraufhin der Gesetzgeber handeln musste, denn der öffentliche Druck wurde zu groß.

Auch tierretter.de hat Kaninchenmastanlagen dokumentiert, Ställe, die so eigentlich gar nicht mehr hätten betrieben werden dürften. Allerdings hat der Gesetzgeber lange Übergangsfristen für diese Gesetze erlassen, um den tierhaltenden Betrieben eine Zeit einzuräumen die Ställe an die neuen Bedingungen anzupassen. Anfang 2019 müssen die Ställe den neuen Vorgaben entsprechen, zudem gibt es für Betriebe die einen Teil der Anforderungen schon umsetzen eine erweiterte Frist bis 2024.

Haltungen, wie in dieser Bildergalerie zu sehen, sind nicht mehr legal.

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tierretter.de lehnt das Züchten von Tieren, nur um diese irgendwann zu töten grundsätzlich ab. Tiere sind fühlende Lebewesen, genau wie wir Menschen. Und sie verdienen ein grundsätzliches Recht zu leben, genau wie wir Menschen. Wir brauchen kein Fleisch um zu überleben, über eine Million Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, zeigen das jeden Tag.

Werden Bilder aus Kaninchenmastbetrieben gezeigt, empören sich die Menschen - eigentlich sind sich alle einig, dass das nicht richtig ist und enden muss. tierretter.de vermutet, dass gerade die Bilder aus Kaninchenmastbetrieben regelmäßig eine besonders große Empörung auslösen, weil viele Menschen wissen welche Bedürfnisse Kaninchen haben. Bei Schweinen oder anderen Tieren, die zur Fleischproduktion gemästet werden, scheint das anders zu sein, obwohl sie in den Mastbetrieben unter ähnlich schlimmen Bedingungen leben müssen. Doch im Gegensatz zu Schweinen, Hühnern, Enten oder Puten werden Kaninchen oft auch als sogenannte „Haustiere“ gehalten. Genauso wie ein Kaninchen hoppeln will, möchte ein Schwein rennen. Genauso wie ein Kaninchen buddeln möchte, möchte ein Huhn im Sand baden oder eine Ente schwimmen. Hier eine Grenze zwischen den Tierarten zu ziehen, nur weil uns bestimmte Tierarten vermeintlich näher sind, ist nicht nachvollziehbar. Und nur eine konsequente Abkehr von tierischen Produkten respektiert alle Tiere. Denn auch sie sind genauso fühlende Lebewesen wie wir Menschen.

 

Wo machst Du den Unterschied?

Die Behörden und Gesetze respektieren Tiere jedoch nicht und so bedeuten auch die neu geschaffenen Haltungsvorschriften für Kaninchen mitnichten ein artgerechtes Leben, bevor diese Tiere getötet werden. Nicht einmal die Haltung in Käfigen wird konsequent verboten, sondern nur unter bestimmte Auflagen gestellt. Weiterhin schneiden sich die dünnen Drahtgitter in die sensiblen Pfoten der Kaninchen, auch wenn ihnen ein befestigter Bereich und eine zweite Ebene zur Verfügung gestellt werden muss. Jedes Kaninchen bekommt eine Fläche von 1500 Quadratzentimetern. Das entspricht einer Fläche von 50cm x 30cm - nur wenig größer als zwei DinA4 Blätter. Die Gesetze schützen keine Tiere, sie regeln nur deren legale Ausbeutung.

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Am relevantesten an den neuen Gesetzen sind jedoch jene Teile, die von der Verordnung nicht betroffen sind: Hobbyzüchter. Denn die Verordnungen gelten nur für kommerzielle Betriebe. Die unzähligen Kaninchenboxen in Hinterhöfen, die sogar einen weitaus größeren Prozentsatz der Kaninchenfleischerzeugung ausmachen, müssen die Verordnungen nicht einhalten.

Die tierquälerische Haltung, wie man sie in dieser Galerie sieht, bleibt weiterhin legal. Sie findet im Gesetz keine Beachtung.

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Und so leiden Kaninchen weiter - in Mastbetrieben, weil die neuen Vorschriften alles andere als tiergerecht sind, bei Hobbyzüchtern, weil diese von dem Gesetz nicht einmal betroffen sind und überhaupt leiden sie nur, weil Menschen die Körper toter Tiere essen wollen. Wir setzen uns ein für einen konsequenten Tierschutz, der jedes Tier als fühlendes Lebewesen betrachtet - und das bedeutet deren Körper nicht zu essen, deren Häute nicht zu tragen und auch zur eigenen Unterhaltung Tiere nicht einzusperren und zu begaffen.

„Wir wollen das beste Geflügelland der Welt sein“ - mit dieser Zielsetzung startete 2015 die „Geflügel-Charta“. Aber was bedeutet das für die Tiere? Und bedeutet der internationale Vergleich automatisch, dass es den deutschen Hühnern und Puten gut geht? Aktive von tierretter.de e.V. haben Filmaufnahmen in einem Hühnermaststall in Nordrhein-Westfalen um den Aussagen auf den Grund zu gehen. Der von „QS“ kontrollierte Stall ist kein Skandal-Stall, die Aufnahmen zeigen Zustände, wie sie immer wieder von Tierschutz-Vereinen öffentlich gemacht wurden. Zustände, die von der Industrie immer wieder beschönigt oder dementiert wurden... 

Der Stall
Die Tiere
Das Leid

Eine Petition um den Industriezweig rein zu waschen

Um den „Geflügelstandort Deutschland“ weiter als ein angebliches Tierschutzmerkmal auszubauen, hat der ZDG (Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft) eine Petition ins Leben gerufen, um zu fordern, dass auch in den Speisekarten der Gastronomie das Herkunftsland gekennzeichnet werden soll. 

Abgesehen davon, dass die Petition krachend gescheitert ist, ist die Tatsache der „deutschen Mast“ kein Indikator für tierschutzgerechte Produktion von Fleisch. Abgesehen von der grundsätzlichen Gewalt hinter dem System ist diese Haltung tierunwürdig.

Studien sollen ergeben haben, dass ein Großteil der Menschen sich diese Kennzeichnung wünschen würde. Wir finden, dann sollten die Verbraucher und Verbraucherinnen auch Zugang zu Aufnahmen haben, wie es abseits der geschönten Pressefotos und interaktiven Stallrundgänge in Hühnermast-Betrieben aussieht.

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Bedeutet das „Herkunftsland Deutschland“ eigentlich wirklich eine regionale Erzeugung?

Grundsätzlich spricht sich aus ökologischen Gesichtspunkten auch tierretter.de e.V. neben der veganen Ernährung auch für den Kauf von möglichst regionalen Produkten aus. Aber bedeutet das Herkunftsland des Geflügels wirklich Regionalität? Denn auch wenn die Tiere zwar in Deutschland gemästet und geschlachtet wurden, das Futter kommt in vielen Fällen aus ganz anderen Teilen der Welt. Besonders der Soja-Anbau für Tierfutter bedeutet oftmals gigantische Rodungen von dem Regenwald für Futteranbauflächen. Nur damit hier in Deutschland Hühner gemästet und gegessen werden können. Regional ist das also nicht wirklich, auch wenn DE auf den Produkten prangt.

Eine Farce der Industrie

Die Geflügel-Wirtschaft sieht sich in den letzten Jahren einer starken Kritik ausgesetzt. Besonders die Veröffentlichungen von Bildern aus den Ställen machten der Industrie zu schaffen, zumindest was das Image angeht. Und so wird seit einigen Jahren eine aufwendige und teure Kampagne gefahren, um dieses Image aufzubessern. Wie sich zeigt, war die sowieso schon substanzlose Geflügel-Charta nur der Anfang. Bessere Bedingungen für die Tiere bedeutete sie nämlich nicht. Die aktuellen Bestrebungen sind ähnlich belanglos - wie unsere Bilder erneut beweisen.

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Quellen:

- Petition zur Herkunftskennzeichnung (https://www.openpetition.de/petition/online/endlich-klarheit-auf-der-speisekarte-ja-zur-herkunftskennzeichnung-in-der-gastronomie)

- Geflügel-Charta (http://www.gefluegel-charta.de)

- Deutsches-Geflügel (www.deutsches-gefluegel.de)

- Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (http://www.gesetze-im-internet.de/tierschnutztv/BJNR275800001.html#BJNR275800001BJNG000700308)

- Abenteuer-Regenwald (https://www.abenteuer-regenwald.de/bedrohungen/fleisch)

 

Was ist gerecht? Das was unser Gesetz legitimiert… Oder sollte Gerechtigkeit auch anders betrachtet werden, kann Legales auch ungerecht sein?

Diskussionsgrundlage

Fragen wie diese definieren die Diskussion um das Bildmaterial, dass tierretter.de e.V.  in einem Westfleisch-Zulieferbetrieb im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg gesammelt hatte. Der Landwirt selber hat den Weg an die Öffentlichkeit gewählt um sein Tun zu rechtfertigen. Und das ist sein gutes Recht, denn tatsächlich, im Großen und Ganzen handelt der Betrieb nach den gesetzlichen Vorgaben. Ob die Tiere dort dennoch leiden oder nicht, das ist dabei offensichtlich eine Ansichtssache.

Was zeigen die Aufnahmen?

Schweine auf Spaltenböden, viele Tiere sind verdreckt mit ihrem eigenen Kot, Maden kommen teilweise aus dem Boden nach oben. Ein Schwein hat einen Nabelbruch, andere Tiere entzündete Augen, einige können nicht mehr aufstehen. In einem Gang zwischen den Buchten wird ein Schwein separiert, frisches Trinkwasser ist für dieses Tier nicht verfügbar.

tierretter.de hat diese Aufnahmen Mitte Oktober veröffentlicht. Insgesamt wurde in sechs Betrieben dokumentiert, die allesamt Zuliefererbetriebe für Westfleisch sind. Die Aufnahmen wurden bei ARD, WDR und dem HR gesendet. Daraufhin ging der Landwirt selbst in die Offensive und stellte sich den Vorwürfen.

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Zwischen angeblichem Tierwohl und Normalität

Die gesehenen Zustände seien legal. Mehr noch, der Stall habe zusätzliche ‚Tierwohl-Standards‘, indem er an der ‚Initiative Tierwohl‘ teilnehme und sei noch nie auffällig geworden. Die ‚Initiative Tierwohl‘ wurde von der Branche selbst ins Leben gerufen. Überspitzt gesagt ist sie eine Präventiv-Taktik um Veröffentlichungen wie der unseren vorzubeugen. Die Initiative gibt der Landwirtschaft die Möglichkeit zu sagen - „Wir arbeiten daran“. Werden die Bedingungen betrachtet, ändert sich für die Tiere kaum etwas: 10% mehr Platz bedeuten nur einige DIN-A4 Zettel mehr pro Tier, eine Hand voll Stroh macht aus den tristen und reizarmen Betonbuchten auch keine grüne Wiese. Besonders angesichts dieser Bilder muss deutlich werden: Das ‚Tierwohl‘, für dass sich die Industrie selber einsetzt ist nichts als der blanke Hohn den Tieren gegenüber.

Auch die Veterinärkontrollen zeugen bei einer unangemeldeten Kontrolle von einer nicht zu beanstandenden Tierhaltung, was auch durch vorangegangene Kontrollen bestätigt wurde. 

Wie sind die Aufnahmen und besonders diese Fakten also zu werten? tierretter.de möchte mit den veröffentlichten Aufnahmen vor allen Dingen genau das, was Veterinärbehörde und Landwirt auch sagen, bezeugen: Tierhaltungen wie diese und das damit einhergehende Tierleiden sind die Norm in deutschen Ställen.

Die Alltäglichkeit des Tierleids

So werden beispielsweise die mit Kot verdreckten Tiere so erklärt, dass unter bestimmten klimatischen Bedingungen die Tiere sich im Dreck suhlen - auch in ihrem eigenen Kot. Aber ist das eine Erklärung oder eine Entschuldigung? Denn Schweine können nicht schwitzen, deswegen suhlen sich Wildschweine oder Schweine unter quasi freiheitlichen Bedingungen, um sich abzukühlen. Das machen sie aber mitnichten in ihrem eigentlichen Kot, sondern in einer Matschsuhle.

Schweine sind ausgesprochen reinliche Tiere, die sich Kotplätze abseits der Schlafgelegenheiten suchen. In den Betrieben und den engen Betonbuchten haben sie keinen Platz dafür. Sie müssen sich dort entleeren, wo sie schlafen. Und um sich abzukühlen haben sie keine Suhle, sondern sind gezwungen sich in ihrem eigenen Kot zu legen. Nur weil das alltäglich ist, heißt das aber doch nicht, dass das keine Tierquälerei ist. 

Ähnliche Argumente erklären vermeintlich auch die Maden, die in dem Betrieb aus dem Spaltenboden und der Kotgrube nach oben in den Bereich der Schweine wanderten. „Maden gibt es in jedem Betrieb“ - was vor allem Rückschlüsse auf die generell katastrophalen Lebensbedingungen der Tiere zulässt. Denn Schweine leben permanent über ihren eigenen Exkrementen, sie werden in einem Güllebehälter unter den Buchten gesammelt. Es stinkt entsetzlich.

Die Separierung eines kranken Tiers im Buchtengang wurde ebenfalls nicht bemängelt und zur Bindehautentzündung vieler Tiere: „Das kann in jedem Betrieb vorkommen“. Auf die Schweine, die nicht mehr in der Lage waren aufzustehen, wurde nicht eingegangen.

Also alles in Ordnung?

Der Landwirt sieht sich zu Unrecht am Pranger. Ein Pranger, den tierretter.de nie erstellt hat. Der Name des Betriebs war nur Pressevertretern und Pressevertreterinnen bekannt, um Rückfragen an den Betrieb zu stellen. Dass sein Name genannt wird, hat der Landwirt selber entschieden. tierretter.de kritisiert das System, unter dem die Schweine zu leiden haben - nicht die einzelnen Akteure, und damit auch die Landwirte, die das System am Leben erhalten. Eine Veränderung kann nur gesamtgesellschaftlich stattfinden. Und um eine Veränderung in Gang zu setzen braucht es eine Diskussion, die wir mit unseren Aufnahmen anregen möchten.

„Wir müssen die Tiere so halten, dass sie Leistung erbringen und dass wir damit auch ein Einkommen erzielen können.“ Mit dieser Aussage rechtfertigt der Landwirt die Aufnahmen und seine Schweinehaltung. Und damit formuliert er unsere Kritik an der ’Nutz’tierhaltung genauso, wie wir sie auch formulieren. Tiere in der Industrie sind nicht ihrer selbst willen, das können und sollen sie nicht sein. Schweine, Hühner, Rinder und viele andere Tierarten sollen vor allem eins - Profit bringen. Wenn nun Lobby und Branchenvertreter Begrifflichkeiten wie Tierwohl und Tierschutz ins Spiel bringen, ist das der blanke Hohn, denn Tierwohl und Tierschutz wäre es, diese Tiere gar nicht erst zu züchten um sie dann unter so grausamen Bedingungen einzusperren. 10% weniger Enge machen immer noch viele Schweine in winzigen Betonbuchten, ein Spielzeug oder eine Handvoll Stroh pro Tag sieht bestenfalls besser aus. Für die Tiere, die als genauso intelligent wie Hunde eingeschätzt werden, macht das kaum einen Unterschied.

Tiere werden in diesem System zu Waren degradiert. Ihre Körper werden verkauft, und an dem Ertrag werden sie gemessen. Genau dieses System gilt es zu kritisieren. Und genau diese systematische Ausbeutung wurde im Rahmen der Westfleisch-Veröffentlichung vor allem an diesem Stall klar.

 

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Westfleisch gehört zu den fünf größten Fleischkonzernen Europas, in Deutschland belegen sie den dritten Platz. Im Jahr 2016 hat das Unternehmen über 8 Millionen Schweine geschlachtet – tierretter.de hat recherchiert, wie es hinter den Stallwänden der Betriebe aussieht, die Westfleisch beliefern.

„Direkt von Bauern“ vs. Fleischgigant

Bei der Vermarktung suggeriert Westfleisch eine kleinbäuerliche Struktur – sie werben mit dem Slogan „Direkt von Bauern“. Auf der Homepage zeigen sich Bauern und erklären ihre Hobbys: Doppelkopf, Musikverein und Städtereisen – Bilder aus den Ställen finden sich dagegen kaum. Natürlich mästen viele verschiedene landwirtschaftliche Betriebe für Westfleisch, dennoch handelt es sich bei dem Konzern um einen Fleischgiganten.

Kein Einzelfall

Immer wieder rechtfertigte die Industrie Bilder wie diese, dass es sich um Einzelfälle oder einen einzigartigen Zustand in einem einzelnen Betrieb handele. Sechs zufällige Betriebe, wurden zu sechs zufälligen Zeiten kontrolliert. Es zeigt sich: Tierquälerei in jeder Bucht. Von Einzelfällen kann keine Rede sein – zumal Videos wie diese seit Jahren immer wieder das Licht der Öffentlichkeit erreichen. Die neuen Aufnahmen stammen aus zwei Bundeländern und verschiedenen Landkreisen. Ein Betrieb steht in Hessen, im Kreis Waldeck-Frankenberg, und fünf weitere in NRW aus den Landkreisen Paderborn, Höxter, Warendorf und Minden-Lübbecke.

Gesetze, die keiner beachtet

In allen sechs Betrieben, aus denen es Filmmaterial gibt, wurden Verordnungsverstöße gefunden, die teils erhebliches Leid bedeuten – zusätzlich zu den sowieso schon tierquälerischen Minimalanforderungen in der Schweinemast. In mehreren Betrieben wurden Schweine in den Buchtengängen separiert – das ist illegal. Sie haben keine Versorgung mit frischem Trinkwasser, wie es das Gesetz vorschreibt. In einem Betrieb wurde in ganzen Hallen das Wasser anscheinend Zeitweise abgestellt. Mehrfach wurde dokumentiert, dass die Ammoniak-Grenzwerte überschritten werden und manche verletzten Tiere wurden nicht separiert. In einem Betrieb gab es zwar Krankenbuchten – diese stellen aber mitnichten sicher, dass die Tiere dort genesen können. Im Gegenteil: In diesem Betrieb gab es auch eine unter 4qm große Bucht, in der allerdings 4 ausgewachsene Schweine untergebracht waren. In einem anderen Betrieb wurden systematisch Spaltenbreiten an den Buchtenenden überschritten.

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Das legale Geschäft mit Tierquälerei

Schweine wollen leben – sie wollen rennen, wühlen, spielen und suhlen. Nichts davon können sie in Schweinemastbetrieben. Sie können nicht einmal einen Ort auswählen, an dem sie koten können. Die Buchten sind so eng, dass die reinlichen Tiere dort ihr Geschäft machen müssen, wo sie auch schlafen. Sie leben permanent in stickigen, dunklen Ställen. Immer wieder beißen sie sich gegenseitig in die Schwänze – das passiert, weil sie in den trostlosen und reizarmen Hallen verrückt werden. Und das obwohl in manchen Betrieben sogar mehr Spielzeug als vorgeschrieben vorhanden war. Als ‚Spielzeug’ gilt vor dem Gesetz bereits eine Eisenkette mit einem Stück Holz daran.

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Ist Westfleisch schlimmer als andere Fleischkonzerne?

tierretter.de möchte mit dieser spezifischen Recherche zu Westfleisch mitnichten behaupten, es sehe in Westfleisch Betrieben schlimmer aus als in denen von Tönnies, Danisch-Crown, Vion, und Co. Ganz im Gegenteil: Gerade die gezielte Veröffentlichung von mehreren Betrieben soll deutlich machen, wie allgegenwärtig Tierquälerei in deutschen Ställen ist.

Ein unlösbares Problem?

Unsere Gesellschaft isst Fleisch – das ist unbestreitbar. Dennoch lösen Aufnahmen wie diese immer wieder einen Skandal aus. Wenn wir als reflektierte Verbraucher*innen und mündige Bürger*innen einen Wandel sehen wollen – müssen wir bei uns selbst beginnen. Jedes Tier will leben und für jedes Stück Fleisch muss ein Tier sterben und abgesehen von dieser grundsätzlich moralischen Problematik: Auch angeblich artgerechtere Stallhaltungen wie die Bioproduktion beschneiden die Bedürfnisse der Tiere eklatant.

Einzig eine rein vegane Ernährung bewirkt, dass für den privaten Konsum keine Tiere mehr genutzt werden. Aber für einen wirklichen gesellschaftlichen Wandel reicht das noch nicht. Wir alle müssen Stimme erheben für jene, die unter der Herrschaft des Menschen zu leiden haben. Wir müssen diese Bilder öffentlich machen und verbreiten, wir müssen zeigen, dass Tiere – genau wie wir – Schmerz empfinden und auch Freude empfinden.

Wir müssen in der Gesellschaft eine Moral etablieren, welche die Rechte aller Menschen und Tiere schützt – wir müssen schon heute damit anfangen! 

WESTFLEISCH Zulieferbetrieb Kreis Höxter

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WESTFLEISCH Zulieferbetrieb Kreis Minden-Lübbecke

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WESTFLEISCH Zulieferbetrieb Kreis Paderborn

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WESTFLEISCH Zulieferbetrieb Kreis Paderborn

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WESTFLEISCH Zulieferbetrieb Kreis Warendorf

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WESTFLEISCH Zulieferbetrieb Kreis Waldeck-Frankenberg

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Wenn es um die grausamen Zustände in der Nutztierhaltung geht, kommt immer wieder die Frage auf, wer denn nun eigentlich die Verantwortung dafür trägt. Sind es die Verbraucher*innen, die tierische Produkte konsumieren? Sind es die Supermärkte, die diese Produkte verkaufen? Sind es die tierhaltenden Bäuerinnen und Bauern? Oder ist es die Politik, die die Zustände ignoriert, nicht nachhaltig verfolgt oder abstellt und am Ende die grundsätzliche Gewalt, denen Tiere in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind, sogar legitimiert und legalisiert?

tierretter.de e.V. vertritt die Ansicht, dass keine und keiner der Einzelakteure die alleinige Verantwortung trägt. Es handelt sich um ein System der Ausbeutung, das kulturell derart manifestiert ist, dass selbst kleine Veränderungen schwer umzusetzen sind. 

Wir alle können in unserem privatem Konsum Produkte tierischen Ursprungs vermeiden, uns rein pflanzlich ernähren und damit Teil eines Umschwungs sein, der aber für die vollständige Abschaffung der Tierausbeutung von der gesamten Gesellschaft und allen Akteuren mitgetragen werden muss. Nur ein breit gefächerter, aktiver Protest und Widerstand gegen die Ausbeutung von Tieren, egal unter welchen Bedingungen, kann die Tiere aus der Herrschaft des Menschen befreien. 

Es ist dennoch wichtig, sich auch die einzelnen Teilbereiche in der Verantwortungsfrage genauer anzusehen. tierretter.de e.V liegt Bildmaterial vor, das aus den Ställen der derzeit amtierenden Landwirtschaftsministerin in NRW stammt.

„Weltweit vorbildlich hohes Tierschutzniveau“?

Schweine mit massiven Verletzungen, dunkle Ställe, Dreck, kaum Bewegungsmöglichkeiten - die Aufnahmen sind schwer zu ertragen und dennoch kein Skandal. Denn der Betrieb agiert größtenteils legal. Die Schweine leben typischerweise auf Spaltenböden, die Exkremente werden direkt unter ihnen gelagert. Manche Stallbereiche sind verdreckt, es stinkt fürchterlich. Dabei können Schweine wesentlich besser riechen als wir Menschen und haben empfindliche Nasen. Während jene Aktivisten, die den Stall nach dem Filmeinsatz wieder verlassen können, verbringen die Tiere hier ihr ganzes Leben. In einem Stallbereich werden Ammoniakwerte von bis zu 46ppm gemessen. Erlaubt sind in Deutschland dauerhaft nur 20ppm. Ebenfalls nicht verordnungskonform ist, dass in einem Stall anscheinend systematisch nachts das Trinkwasser in den Nippeltränken abgestellt wird. Den Tieren muss ständig frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen. Das Restwasser, das in den Futtertrögen steht, reicht nicht aus! Verordnungsverstöße im Stall jener Person, die nun in hoher Instanz für die Landwirtschaft verantwortlich ist?

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Lichtleere Ställe

Auffällig ist ebenfalls, dass manche Stallungen auf dem Gelände extrem lichtarm sind. So muss beispielsweise den Tieren auch nachts ein Orientierungslicht zur Verfügung stehen. Einige Hallen sind aber stockfinster. Sonnenlicht fällt auch tagsüber kaum in die Hallen. Sie haben keine oder nur wenige und sehr kleine Fenster. Auch tagsüber müssen diese Bereiche künstlich beleuchtet werden. Deutschland hat Vorschriften für Schweineställe erlassen, damit solche Hallen eigentlich nicht mehr gebaut werden dürfen. Allerdings gibt es einen Stichtag, der allen Betrieben die davor gebaut haben erlaubt, weiterhin betrieben zu werden. Die Leidtragenden dieser Regelung sind einmal mehr die Tiere.

Massive Verletzungen

Die Krankenbuchten zeigen das ganze Leid. In einer Nacht sind über 15 Tiere dort separiert aufgrund erheblicher Verletzungen. Teilweise fehlen den Tieren die kompletten Schwänze. Kannibalismus ist in Schweinemastbetrieben ein erhebliches Problem. Die neugierigen Tiere, die gerne herumlaufen, sich suhlen oder im Boden wühlen, sind in den reizarmen Hallen zu lebenslanger Langeweile verdammt. Eisenketten mit Holzkeilen sollen ihren Spieltrieb befriedigen. Dass diese Maßnahme blanker Hohn ist zeigt sich, da die Schweine anfangen sich gegenseitig zu beißen, was zu solchen und ähnlichen Verletzungen führen kann.

Ein Großteil der verletzten Tiere ist zwar in sogenannten Krankenbuchten separiert und augenscheinlich mit Blauspray behandelt, die Tiere sind aber derart verletzt, dass diese Verletzungen niemals heilen werden. Verantwortlich sind dafür die tierunwürdigen Haltungsbedingungen und so zeigen die Aufnahmen auch Szenen, wie ein Schwein gerade von einem Artgenossen angefressen wird. Für die Tiere eine einzige Quälerei!    

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Kein Einzelfall!

tierretter.de e.V. liegen nicht nur Aufnahmen aus diesem Betrieb, sondern auch aus vier weiteren Schweineställen aus dem Landkreis Steinfurt vor. Die Aufnahmen ähneln sich: Spaltenboden, verletzte Tiere, unerträgliche Langeweile. Tierquälerei hat in Deutschland System und ist zumeist sogar gesetzlich legitimiert. In einem Schweinezuchtbetrieb entdeckt das Filmteam weitere Verordnungsverstöße, dort sind die Kastenstände für die Sauen nach gesetzlichen Vorgaben zu klein.    

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Langanhaltendes Leid

Aus dem Betrieb der derzeit amtierenden Landwirtschaftsministern (CDU, Stand Juli 2017) sind außerdem tierärztliche Protokolle aufgetaucht, die folgendes zeigen: In diesem Stall gibt es immer wieder Probleme mit dem Tierschutz. Die Dokumente, die bis ins Jahr 2011 zurückreichen offenbaren, dass Pneumonie (Lungenerkrankung), Streptokokken- und Staphylokokken-Infektionen, und sogar Endoparasiten und Coli-Enteritis in der Vergangenheit in dem Stall diagnostiziert wurden. Diese Krankheiten können sich besonders durch mangelhafte hygienische Bedingungen verbreiten. Ohr- und Hautnekrosen wurden ebenfalls mehrfach auf den Befunden festgehalten.

Interessenkonflikt durch Tierwirte und Tierwirtinnen in der Politik

Das Landwirtschaftsministerium ist nicht nur für die Landwirtschaft und somit auch nicht nur für die tierhaltenden Bäuer*innen, sondern vor allem auch für den Tierschutz zuständig. Dabei stehen die Tierwirte den Tieren in einer Fundamentalopposition entgegen. Während die Landwirtschaft Tiere mästen und töten will, wollen die Tiere in Freiheit leben und natürlich NICHT getötet werden. Solange die Interessen beider Gruppen unter einem Dach verhandelt werden und dann zudem noch Tierwirtinnen selber dieses Ministerium leiten, kann und wird die daraus resultierende Politik nur auf Kosten der Tiere gehen können!

Bis zur Ernennung als Landwirtschaftsministerin war sie selber aktive Landwirtin und die Stallungen lagen in ihrem Verantwortungsbereich. Aus diesem Zeitraum stammen auch die Aufnahmen, die tierretter.de e.V. vorliegen. Mittlerweile hat sie sich, nach eigener Aussage, als aktive Landwirtin aus dem Betrieb zurückgezogen.

Rücktrittsforderung?

Welche Schlussfolgerungen zieht tierretter.de e.V. aus diesen Bildern und Informationen? Fordern wir den Rücktritt der gerade ins Amt gehobenen Landwirtschaftsministerin? Mitnichten! Die Landesregierung wurde demokratisch gewählt. Ob und wie sie weiterhin für ihr neues Amt geeignet ist oder nicht, das muss der Meinung des Volkes, der Landesregierung, ihr selbst und nicht zuletzt des Ministerpräsidenten von NRW überlassen werden.

Wir stellen unsere Forderungen klar an die Gesellschaft! Wir brauchen eine starke und differenzierte Diskussion über unser Verhältnis zu Tieren - diese Diskussion sollte sich weniger um die Art und Weise wie wir Tiere halten und töten drehen, sondern vielmehr um die Frage, ob es überhaupt moralisch gerechtfertigt ist, Tiere für unseren Konsum zu züchten, einzusperren und zu töten.

Mit der Veröffentlichung dieser Aufnahmen möchten wir einen Beitrag zu der Diskussion leisten und hoffen, dass alle Bürger*innen sich selber die Frage stellen, ob Menschen, die selber mit der Produktion von Fleisch Geld verdient haben und Stallungen auf deren Privatgelände nur wenige Meter vom Wohnhaus entfernt stehen, politisch die Zukunft der Landwirtschaft und den betroffenen Tieren verhandeln sollten.    

Verbandsklagerecht retten!

Das Verbandsklagerecht und besonders die Stellung der CDU dazu verdeutlicht in welche Richtung die Politik der neuen Regierung in Bezug auf den Tierschutz gehen wird. Das Verbandsklagerecht, welches einigen anerkannten Tierschutzvereinen in NRW ermöglicht stellvertretend im Namen der Tiere zu klagen, wollte die CDU bereits Anfang 2017 in ihrer Position als Opposition kippen. Der Versuch scheiterte jedoch zunächst. Ab Mitte 2017 ist dies der neuen Landesregierung jetzt möglich. Auch die amtierende Landwirtschaftsministerin selber äußerte sich bereits zum Verbandsklagerecht und unterstellte, dass damit alle Tierhalter unter einen Generalverdacht gestellt werden würden ihre Tiere unsachgemäß zu halten. Welche Schlüsse aus dieser Aussage in Bezugnahme auf die Bilder getroffen werden, überlassen wir unseren Leser*innen.

Das Tierschutz-Verbandsklagerecht ist ein wichtiges Instrument für Tierrechte und muss vielmehr noch weiter ausgebaut werden. Stattdessen möchte die CDU diesen Fortschritt sogar rückgängig machen. In unserer Direkt-Petition können sie die verantwortlichen Stellen für dieses Thema sensibilisieren und den Erhalt des Verbandsklagerechts, auch in einem schwarz-gelb regierten Nordrhein-Westfalen fordern: ZUM UNTERZEICHNEN HIER KLICKEN

Wie kann jede und jeder von uns den Tieren helfen?

Die Entscheidung dieses System der Ausbeutung nicht länger durch unseren Konsum mitzufinanzieren und sich rein pflanzlich zu ernähren ist dabei nur ein erster Schritt. Wir müssen mit unsere Freund*innen, Bekannte und Bekannten und unserer Familie über dieses Thema diskutieren und die unsichtbaren Opfer hinter Fleisch, Milch und Eiern in die Köpfe der Menschen bringen. Wir müssen uns laut, kreativ und gemeinsam für die Rechte von allen Tieren einsetzen und eine Bewegung bilden, die sich kompromisslos für die Freiheit einsetzt!

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Immer wieder veröffentlichen Tierrechtsvereine Bildmaterial aus den Ställen der sogenannten Nutztierindustrie. Und so sehr sich die Bilder ähneln, so ähnelt sich auch die Reaktion der tierhaltenden Landwirte und Landwirtinnnen und deren Lobby: „Alles Einzelfälle“ oder „Dort gab es Verordnungsverstöße, in den legalen Ställen ist alles in Ordnung“.

tierretter.de e.V. hat im Juni 2017 in einem solchen, hauptsächlich legal agierenden Schweinezuchtbetrieb die Zustände dokumentiert, um auf das unendliche Leid der Schweine unter gesetzeskonformen Bedingungen aufmerksam zu machen.

 

Das legale Leid

Etwa 1.100 Sauen produzieren in dem Betrieb im Landkreis Harz Ferkel für die Fleischproduktion. Die Muttersauen sind eingesperrt in enge Käfige, sogenannte Ferkelschutzkörbe. Diese sollen verhindern, dass die Sauen ihre eigenen Ferkel erdrücken. Hier ist die Fixierung zur Bewegungslosigkeit die Lösung der Industrie für ein Problem, das sie erst selbst geschaffen hat. Denn nur aufgrund der extremen Enge der Haltungsform und der Zucht auf besonders große und schwere Sauen, die sich, wenn sie sich hinlegen nur noch fallen lassen können, führen zu diesem Problem. Tatsächlich sterben in der Industrie viele Ferkel gerade aufgrund der Ferkelschutzkörbe. Sie ersticken, eingedrückt zwischen Muttersau und Metallstäben oder weil sie keine Möglichkeit haben der Sau auszuweichen.    

 

Tote Ferkel - überall

Ferkel sind in der Industrie eine Wegwerfware die nur über die enorme Menge Profit abwerfen, degradiert zu Waren. Und wenn sie nicht so funktionieren, werden sie entsorgt. Immer wieder finden die Aktiven des Tierrechtsvereins tote Ferkel. In den Buchten zwischen den Artgenossen, in einem Wagen im Gang, vor der Stalltür. Besonders schrecklich ist das Bild einer Schubkarre, die bis über die Hälfte gefüllt ist mit einst fühlenden Lebewesen. Weggeworfen wie Müll.

 

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Eine angeblich artgerechte Tierhaltung findet nicht statt!

Nachdem die Ferkel von der Mutter getrennt werden, werden sie in Buchten verfrachtet, in denen sie für wenige Wochen gemästet werden um dann an andere Mastbetriebe verkauft werden. Spaltenboden bedeutet für die Anlagenbetreiber und –betreiberinnen weniger Arbeit und eine praktischste sowie angeblich hygienische Kotentsorgung, wenn viele Tiere auf engem Raum gehalten werden. Für die Tiere bedeutet diese Art der Tierhaltung jedoch, dass sie ihr gesamtes Leben über den eigenen Exkrementen leben müssen. Es stinkt, es ist dreckig, besonders unangenehm für die reinlichen Tiere, die Schweine eigentlich sind. Lebenslange Qual ist in diesem System vorprogrammiert. Der natürliche Spieltrieb wird unterdrückt. Eisenketten, die in die Buchten gehangen werden, sollen für Ablenkung sorgen. An wühlen, buddeln, suhlen oder gar einen Nestbau brauchen diese Schweine gar nicht erst denken. Das Filmteam dokumentiert einige Tiere, die blutige Ohren oder Schwänze haben. Aus Frust werden die Schweine fast wahnsinnig und fangen an, ihre Artgenossen zu beißen. Dies sind alles die legalen Folgen der Gesetze, die regeln, dass Tiere so gehalten werden dürfen.

 

Ein paar Verstöße gibt es dann doch

In einigen Hallen brennt auch nachts taghelles Licht, in einer Bucht ist der Spaltenboden verstopft, in einer anderen Bucht ist der Spaltenboden kaputt und einige Tiere weisen Verletzungen auf und hätten längst separiert und tierärztlich versorgt werden müssen.

 

Die versteckten Kameras enthüllen das ganze Leid

In der Vergangenheit haben Tierrechts-Dokumentationsteams immer wieder aufgedeckt, dass angeblich nicht überlebensfähige Ferkel einfach auf den Boden oder gegen Buchtenkanten geschleudert werden, um sie zu töten. Diese Praktik des Tötens sorgte 2014 für einen handfesten Skandal in der Landwirtschaft.

Nicht zuletzt die Politik und die Landwirtschaft versprachen Besserung und genauere Kontrollen. In der Realität wird in der Schweinezucht auch drei Jahre nach der Aufdeckung noch weiter illegal totgeschlagen. Denn die Kameras zeigen, wie ein Arbeiter zwei Ferkel aus den Buchten nimmt und diese mit dem Kopf voran gegen den Boden schleudert. Die kleinen Tiere zeigen danach noch Anzeichen von Leben – teilweise minutenlang!

Obwohl diese äußerst brutale Art der Tötung eigentlich noch nie legal gewesen ist, gaben damals mehrere Bundesländer spezielle Durchführungserlässe heraus, die das Töten von Ferkeln gesetzlich regeln. Auch in Sachsen-Anhalt, wo die aktuellen Bilder entstanden sind. tierretter.de e.V. hat Strafanzeige gegen den Betreiber der Anlage erstattet.

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Tiere sind Ware – ob legal oder illegal gehalten

Ob einzelne Skandalbetriebe oder legal agierende Betriebe – das Tierleid wird überall von dem gleichen Ursprung gerechtfertigt: „Wir dürfen Tiere nutzen“. Aber warum sollten wir Menschen das dürfen? Wer oder was gibt uns das Recht dazu? Tiere können genauso Freude empfinden, genauso Leid empfinden, wie wir Menschen. Und der Mensch kann problemlos ohne Produkte tierischen Ursprungs überleben. Fleisch ist keine Lebensnotwendigkeit. Allein der Genuss und der angeblich gute Geschmack von toten Körpern kann diese Tierleiden nicht rechtfertigen. Und wenn wir doch unseren eigenen Vorteil, den Luxus und die Genügsamkeit über die Belange anderer Lebewesen stellen würden, dann wären Tür und Tor für einige Ausbeutungsformen geöffnet, von denen wir in unserer angeblich emanzipierten Gesellschaft doch eigentlich schon längst Abstand genommen hatten.  

Die Vorgehensweise von Rechercheteams...

...steht besonders in den letzten Wochen wieder vermehrt in der Kritik. Dieser Fall zeigt besonders eindrucksvoll, dass viel Tierleid schlichtweg unentdeckt bleiben würde, wenn es nicht Menschen gäbe, die dazu bereit sind in den Ställen nachts und unangemeldet die wahren Zustände zu dokumentieren. Rechercheteams verstehen sich nicht als verlängerter Arm der Veterinärbehörden, sie sind stille Beobachter, die ihre Informationen bei Bedarf an die Behörden weitergeben. Der hier gezeigte Betrieb, ein Vorzeigestall, würde bei einer Kontrolle des zuständigen Veterinäramtes wohl kaum auffällig werden, denn die Straftaten passieren hier erst, wenn die Arbeiter und Arbeiterinnen alleine im Stall sind: Ein Ferkel ist schnell totgeschlagen, wenn niemand hinschaut. Sollte die Industrie und deren Lobby wirklich an ihre Rechtfertigungen, dass dies alles nur Einzelfälle seien glauben, dann müssten sie uns dankbar sein, dass wir die Machenschaften der Übeltäter aufdecken. Die aufgebrachten Reaktionen nach jeder einzelnen Veröffentlichung von Bildern aus Ställen zeigen nur einmal mehr, dass es eine schlichte Verteidigungsmethode ist, um die Diskussion nicht auf die wirklichen Belange der Tiere kommen zu lassen. Denn Tierwirtschaft ist immer Ausbeutung. Ausbeutung ist niemals einvernehmlich. In einer emanzipierten Gesellschaft darf Ausbeutung weder toleriert noch akzeptiert werden.

Tierquälerei ist Alltag

Wegwerfware: Ferkel

Mehrere Medien haben über unsere Veröffentlichung berichtet:

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39 Millionen - so viele Hühner leben und leiden in Deutschland in der Nutztierhaltung zur Produktion von Eiern. Ihre männlichen Brüder wurden lebendig geschreddert oder vergast. Sie leben auf ihren eigenen Exkrementen, zu Tausenden eingepfercht. Weiter lesen
Milch sei ein natürliches Lebensmittel und damit die Kühe nicht platzen, muss man sie melken - Mythen wie diese sind gefestigt in den Köpfen der Verbraucher. Wie sehr Kühe und Kälber für die Produktion von Milch leiden ist jedoch den wenigsten bewusst oder wird bewusst ignoriert. Weiter lesen

30 Hühner aus Käfighaltung befreit

Aktivisten von tierretter.de befreien 30 Legehennen aus einem Megastall. Etwa 150.000 Hennen werden in diesem Betrieb unter unwürdigen Bedingungen gehalten, um möglichst viele Eier zu legen. 45 Millionen Legehennenplätze gibt es in Deutschland zurzeit insgesamt, Tendenz steigend. Eine Zahl, die man sich kaum vorstellen kann. Die Anzahl der Tiere, die wir in dieser Aktion befreien konnten, scheint im Verhältnis verschwindend gering zu sein. Doch für jedes einzelne dieser Tiere ändert sich etwas ganz Grundlegendes: es ist jetzt frei und dadurch dem System der grenzenlosen Ausbeutung entkommen.

Bei offenen Befreiungen von Tieren zeigen wir unsere Gesichter, denn hinter solchen Aktionen stehen immer auch Menschen, die bereit sind, Verantwortung für andere Lebewesen zu übernehmen. Und zwar grenzenlose Verantwortung. Die fragwürdige Legalität spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Wir zerstören keine Ställe, brechen keine Türen auf, selbst auf passende Schutzkleidung achten wir. Zum einen, um die zurückbleibenden Hühner nicht mit Keimen oder Bakterien aus der realen Welt zu belasten, zum anderen aber auch, um uns selbst vor den sogenannten Bioaerosolen oder MRSA-Keimen zu schützen, die in quasi jedem solchen Betrieb zu finden wären.

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Auf einem Parkplatz, irgendwo in Niedersachsen treffen wir nachts zusammen um gemeinsam die letzten Kilometer zum Megastall zurück zu legen. Den Stall kann man bereits aus mehreren hundert Metern riechen. Das liegt an den enormen Lüftungsanlagen, die das gesamte Luftvolumen aus dem riesigen Stall mehrfach in der Stunde umwälzen. Die verbrauchte, ungefilterte und völlig verkeimte Luft wird rund um die Uhr mit großen Ventilatoren herausgeblasen. Den Stall können wir problemlos betreten, die Türen sind nicht verschlossen. Im Inneren der Anlage kommt uns der Geruch, der uns bereits draußen in Empfang genommen hat, nahezu unerträglich vor. Mit dem Bewusstsein, dass wir die meisten der rund 150.000 Hennen in diesem krank machenden Gestank zurücklassen müssen beginnen wir mit der Dokumentation unserer Befreiung. Fotos und Videos sollen später öffentlich zeigen, warum wir gerade hier dringenden Handlungsbedarf erkennen und uns ganz direkt für vom Menschen ausgebeutete Tiere einsetzen. Für ihre Ausbeuter sind diese Tiere nur Mittel zum Zweck, werden nach wirtschaftlichen Kriterien als Produkt beurteilt um ökonomischen Profit zu generieren. Die Hühner selbst würden lieber Nester aus Stroh bauen, im Sand baden und ihren sonstigen, essentiellen und natürlichen Bedürfnissen nachgehen. Die 30 Hennen, die wir aus der Befreiungsaktion mitgenommen haben machen nämlich heute genau das: Sie gehen ihren natürlichen Verhaltensweisen nach und führen ein würdevolles Leben ohne den unsagbaren Stress aus der Massentierhaltung auf einem schönen Gnadenhof für Tiere. 

Der Konsument, der unseren Aktivismus befürwortet, soll sich beim Anblick dieser Bilder jedoch nicht freuen, im Gegenteil, wir sehen in der offenen Befreiung eher die Aufforderung sich zu schämen, dass wir überhaupt aktiv werden müssen. Denn der Konsument ist durch sein Konsumverhalten verantwortlich für die miserablen Lebensbedingungen der Tiere. Nur durch eine konsequente Verneinung von Produkten, die Tierquälerei beinhalten, kann die Ausbeutung von Tieren ein Ende haben.

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Schwein gehabt?

Dezember 21, 2014 by Patrick 0 Kommentare 6058

Nicht gemeldete Schweinezucht aufgedeckt - Betrieb geschlossen

Niedersachsen. Ein alter Schweinestall wird uns anonym gemeldet. Dort soll es nicht mit rechten Dingen zugehen. Der unbekannte Informant ist sich nicht einmal sicher, ob die Behörden den Stall überhaupt kennen. Die beigefügten Fotos lassen nichts Gutes erahnen: Schweine in Einzelbuchten, ein Schlauch auf dem Boden und scheinbar keine ständige Trinkwasserversorgung.

Das Leben der Tiere ist die Hölle, dass wissen wir auch ohne genauere Kenntnisse über den Stall. Egal ob sich der Farmer im Rahmen des Gesetzes bewegt oder nicht, Schweinehaltung hat mit Tiergerechtigkeit nichts zu tun. Das ganze Leben über den eigenen Exkrementen, Langeweile, Kannibalismus und unbeschreibliche Enge... Das alles ist legale Praxis in Deutschland. Man darf Zuchtsauen, und um die scheint es im aktuellen Fall zu gehen, sogar in Käfige sperren, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können. Etwa die Hälfte ihres Daseins verbringen diese Tiere in den körperengen Gefängnissen. Völlig legal und weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Schweinehaltung in Deutschland ist unsagbar grausam. Nur noch etwas grausamer ist es, wenn die Farmer nicht einmal die Mindestanforderungen einhalten. Und das passiert öfter, als die meisten Verbraucher denken.

 

So auch im aktuellen Fall. Kaum haben wir den Stall betreten ist klar: Entweder hat der Amtstierarzt dieses Elend noch nie gesehen oder er hat ganz gewaltig die Augen zugedrückt. Die Gitterbuchten sind teilweise völlig verbogen. Überall sind scharfe, rostige Kanten, die ein enormes Verletzungsrisiko darstellen. Zwischen 56-60 cm breit sind die engen Käfige, während die Schweine bis zu 90 cm hoch sind. Die Tiere müssen in seitlicher Lage die Beine von sich strecken können. So zumindest sieht es das Gesetz vor. Hier ist das völlig unmöglich. Es sei denn, sie strecken die Gliedmaßen in die Nachbarbucht. Aber auch da liegt eine Sau, und auch die leidet unter enormem Platzmangel. In einer Gruppenbucht, die ebenfalls nicht den Mindestmaßen entspricht, ist eine ganze Spalte herausgebrochen. Schweine könnten dort mit den Beinen hinein geraten und sich die Knochen brechen. Im Stall ist es stockdunkel, obwohl selbst in der Ruhephase so viel Licht vorhanden sein muss, dass die Tiere sich orientieren können. Und am Tag kommt durch die völlig verdreckten Fenster ebenfalls so gut wie kein Tageslicht. Auch das ist unzulässig, wenn wie hier keine künstliche Beleuchtung eingeschaltet wird. Das Güllebecken auf der linken Seite des Stalls ist komplett voll. Die Gülle kommt von unten bereits hoch, so dass ein großer Teil der Schweine in den eigenen Exkrementen liegen muss. Vorgeschriebene Beschäftigungsmöglichkeiten fehlen ganz. Überall sind Fliegen, die den Schweinen das Leben nicht gerade angenehmer machen. Das Fehlen einer Trinkwasserversorgung sollte dazu führen, dass der Stall, der ohnehin marode und völlig heruntergekommen ist, geschlossen wird. Zwar bekommen die Tiere Wasser, aber eben nur dann, wenn es der Farmer ihnen mit einem Schlauch in die Tröge füllt. Hat ein Schwein dann vielleicht in der Nacht Durst, muss es warten, bis der Tierhalter am nächsten Tag kommt.

Das zuständige Veterinäramt in Diepholz hat unsere Informationen über die Zustände dankbar entgegengenommen. Zum weiteren Verlauf darf man uns aber aus datenschutzrechtlichen Gründen nichts sagen. Wir wollen trotzdem mehr erfahren und suchen deshalb den verantwortlichen Farmer auf um ihn zur Rede zu stellen. Von ihm erfahren wir dann auch, dass er den Stall auf Anordnung der Behörde umgehend schließen muss.

Schwein gehabt? Sicher nicht. Denn bestenfalls kommen die Tiere in eine legale, aber wie bereits erwähnt, ebenfalls tierquälerische Haltung. Selbst die Einzelbucht kann unser Einsatz den Tieren nicht ersparen. Schlimmstenfalls werden sie geschlachtet, weil kein Platz für sie vorhanden ist. Auf die Blumenwiese kommen sie definitiv nicht. Wir können die Tiere nicht retten, auch wenn wir uns nichts mehr als das wünschen. Aber wir haben wieder einmal dokumentiert, unter welchen schrecklichen Bedingungen Tiere in Deutschland gehalten werden. Diese und tausende weitere Dokumentationen helfen vielleicht wirklich. Denn wenn der Verbraucher irgendwann Fleisch links liegen lässt, muss auch kein Schwein mehr für die Fleischproduktion leiden.

 

UPDATE:

Um sicherzugehen, dass der Stall auch wirklich nicht mehr benutzt werden darf, haben wir kürzlich eine Nachkontrolle durchgeführt. Das Ergebnis seht ihr unten: Der Stall ist wirklich leer und kein Schwein muss hier je wieder leiden.

Die Hühnerhölle von Niedersachsen

In einer Legebatterie in Niedersachsen werden 76.000 Hennen gehalten. Als wir im Schutze der Dunkelheit die unverschlossene Farm betreten, ist es erstaunlich ruhig. Schnell wird klar, dass viele der Käfige leer sind. Nur in den hinteren Reihen befinden sich noch Tiere. Die werden aber wohl in Kürze ebenfalls abtransportiert. Die sogenannten Geflügelgreifer müssen hier schon ein oder zwei Tage gewütet und den Großteil der Hennen auf LKW verladen haben. Denn nach 12-15 Monaten werden die Tiere in der Eierproduktion unrentabel und daher zum Schlachthof transportiert. Vermarkten lassen sich die ausgemergelten Körper dann nur noch als so genannte Suppenhühner.

Die leeren Käfige scheinen zunächst uninteressant. Doch schnell wird klar, dass in dieser Farm einiges gehörig aus dem Ruder gelaufen ist. In etlichen Gitterboxen liegen tote Hühner, die man nur deshalb sieht, weil die Farm schon größtenteils ausgestallt ist. Zwischen tausenden lebenden Tieren wären die verstorbenen kaum auszumachen. Nun aber scheint die Zahl der sichtbaren toten Hennen unglaublich hoch. Der Farmer räumt sie wohl nicht aus den Käfigen, sondern lässt sie einfach liegen. Monatelang geht das so, bis das Räumkommando kommt. Deshalb ist ein erheblicher Teil der gestorbenen Hühner auch mumifiziert und bereits an den Gittern festgerottet. Es muss schon viel Kraft aufgewendet werden, um die verwesten Überreste zu entfernen. Andere Hennen sind ebenfalls schon seit Wochen tot und bläulich-grün verfärbt. Leichensäfte tropfen aus ihren Schnäbeln, Hygiene scheint hier nicht stattzufinden. Kaum zu glauben, dass unter solchen Bedingungen Lebensmittel produziert werden die ungewaschen in den Handel und beim Verbraucher landen. 

Beim Räumen der Farm sind dutzende Hühner abgehauen. Sie laufen nun frei umher, was sich zwar gut anhört, mit wahrer Freiheit tatsächlich aber nichts zu tun hat. Außerhalb der Käfige haben die Tiere keine Trinkwasserversorgung und drohen zu verdursten. Oder sie fallen in die Kotgruben und sterben in den eigenen Exkrementen. Dass das wirklich passiert zeigt sich, als wir einige Holzbretter anheben, die den Zugang zur Kotgrube verdecken. Sofort beim ersten Versuch finden wir dort ein totes Huhn im Dreck. Wir können uns kaum vorstellen, wie groß die Qualen dieses Tieres gewesen sein müssen.

 

Wir heben weitere Bretter an und finden lebende Hühner. Zwar sind wir auf eine Tierbefreiung nicht vorbereitet, es ist uns aber sofort klar, dass wir die Tiere nicht zurücklassen können und werden!

Fortsetzng folgt in Kürze.

Immer wieder wirft man Recherteams vor, sie würden Bilder manipulieren. Eine einfache Metohde, um bei den Konsumenten Misstrauen zu schüren. Nachfolgend ist eine ungeschnittene Videosequenz zu sehen, die bei diesem Einsatz entstanden ist. Neben der traurigen Tierausbeutung sieht man alleine in diesen paar Minuten circa 45 gestorbene Hennen.

Hühner- und Putenmastbetriebe sind dem deutschen Konsumenten weitestgehend bekannt. Bei uns werden aber auch Enten - genau genommen Pekingenten - im großen Stil gemästet. Führend sind hier die Marken Wiesenhof und Wichmann. Weiter lesen
Durchschnittlich 11 kg Hühnerfleisch verzehrt jeder Deutsche pro Jahr - insgesamt 630 Millionen Hühner werden jedes Jahr in Deutschland aufgezogen und geschlachtet. Das Team von tierretter.de dokumentiert regelmässig die Zustände in Hühnermastbetrieben - und findet immer wieder die gleichen katastrophalen Zustände vor. Weiter lesen
Auch wenn drei Leben angesichts der tausenden Tieren, die alleine in einer Anlage leiden, wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirken - Jedes Leben zählt und ist schützenswert! Weiter lesen
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