… zumindest mit echten toten Gänsen. Denn nachdem sich die beiden Gänsereitervereine in Bochum jahrelang als einzige beiden Vereine dagegen gewehrt haben, in Zukunft Atraoppen anstatt Leichen zu verwenden, haben sie im Frühjahr 2017 endlich verkündet in Zukunft ebenfalls keine echten toten Gänse mehr zu verwenden.
Es war Leichenfledderei – nach Art der Tradition
Bei diesem Brauch, der in den Stadtteilen Wattenscheid und Sevinghausen ausgeführt wird, wird eine (zuvor getötete) Gans an einem Seil zwischen zwei Masten kopfüber aufgehängt – Reiter versuchten im Trab der Gans den Kopf abzureißen. Ein schwieriges Unterfangen – wieder und wieder zerrten die
Vereinsmitglieder an dem Hals der Gans. Und wenn der endlich reißt, jubelt das Publikum und der Gewinner hält stolz den Kopf der Gans in die Luft.
Der Brauch wird in vielen Städten in NRW um die Karnevalszeit herum ausgeführt – die meisten Vereine verzichteten aber bereits seit Anfang der 90iger auf echte tote Gänse.
Vorbildfunktion? Was leben wir unseren Kindern vor?
Ein einst fühlendes Wesen – instrumentalisiert für einen Spaß, ein Vergnügen, ein Spektakel. Der Brauch war augenscheinlich barbarisch und brutal. Ohne den Kontext einer Tradition zu Karneval würden wohl die meisten Menschen einen sehr komisch anschauen, oder für einen Sadisten halten wenn gebeichtet wird: „Mir macht es Spaß einem Tier den Kopf abzureißen!“ – und nur weil das viele tun und noch mehr diesen zujubeln war es auf einmal in Ordnung? Wir sollten dem Nachwuchs unserer Generation Respekt vor dem Leben anstatt Leichenfledderei mit auf den Weg geben. Der Brauch des Gänsereiten steht dem klar entgegen.
Deswegen freuen wir uns, dass zumindest mit dem Gänsereiten ein kleiner Teil der Traditionen, die auf Kosten der Tiere gehen, der Geschichte angehören. Natürlich ist mit der Nutzung der Pferde ein weiteres Thema beim Gänsereiten vorhanden, bei dem Kritik geübt werden sollte. Aber hier steht besonders um die Karnevalszeit herum auch die Verwendung im Rosenmontagsumzug im Vordergrund.
Mit diesem Film hatten wir unter anderem auf das Thema aufmerksam gemacht:
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