„Vernünftiger Grund“ ins Jagdgesetz – die Liste der weit über 100 jagdbaren Tierarten kürzen und Oline-Petition unterstützen!

Das wesentliche Grundprinzip des Tierschutzrechts ist, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. ​“Vernünftig ist ein Grund, wenn er als triftig, einsichtig und von einem schutzwürdigen Interesse getragen anzuerkennen ist und wenn er unter den konkreten Umständen schwerer wiegt als das Interesse des Tieres an seiner Unversehrtheit und an seinem Wohlbefinden“ (Lorz-Metzger, TierSchG § 1 Rn 62).

 Die Jagd an sich stellt keinen vernünftigen Grund zum Töten von Tieren im Sinne des Tierschutzgesetzes dar! Vielmehr bedarf es für die Bejagung eines jeden Tieres eines vernünftigen Grundes. Anderenfalls kann nicht von einer „weidgerechten Jagd“ gesprochen werden.

Um hier die erforderliche Klarheit zu schaffen, ist eine entsprechende Regelung in das Bundesjagdgesetz einzuführen und die Liste der weit über 100 jagdbaren Tierarten der veränderten gesellschaftlichen Einstellung zum Tierschutz, die sich rechtlich im Staatsziel Tierschutz widerspiegelt, anzupassen. Diese Forderung richtet sich sowohl an die amtierende Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, als auch an die politisch Verantwortlichen der Parteien, die beabsichtigen in der kommenden Legislaturperiode eine Regierungspartei im Bundestag zu stellen, und an die zuständigen Ministerien in den Ländern.

Fuchsjagd: Jäger*innen töten und entsorgen jedes Jahr über 400.000 Füchse 

Der Rotfuchs wird in den meisten Bundesländern ohne reguläre Schonzeit bejagt. Während der Paarungszeit, während der Tragzeit, während der Aufzucht der Jungtiere, während der Wanderschaft auf der Suche nach einem Revier. Sie werden mit Fallen gejagt, Hunde werden in ihren Bau, den Rückzugsort für die Geburt der Welpen, geschickt, man hält sie in kargen Zwingern gefangen, um sogenannte Bau- oder Bodenhunde an ihnen auszubilden, sie sind Opfer von Treibjagden und Fuchswochen. Jedes Jahr sterben weit über 400.000 Rotfüchse in Deutschland durch die Jagd. 

​Jäger*innen argumentieren gerne, dass die Zahl der Füchse überhandnehme, würden sie nicht bejagt. Das ist natürlich völlig falsch: Im Kanton Genf wird dem Fuchs mit wenigen Ausnahmen seit 1974 nicht mehr nachgestellt, in Luxemburg seit 2015. Die Zahl der Füchse ist seitdem weder in Genf noch Luxemburg ausgeufert.  Wo die Jagd nicht störend in die Natur eingreift, entwickelt sich mehr Artenvielfalt.

Dabei sind Füchse äußerst nützlich: Sie fressen das Aas überfahrener Tiere, erbeuten bis zu 5.000 Mäuse pro Jahr und sind „Fitness-Trainer“ ihrer Beutetiere: Durch das Reißen kranker und schwacher Tiere wird die Ausbreitung von Krankheiten verhindert, während fitte Individuen ihr Erbgut an die nächste Generation weitergeben können.

​In den letzten 11 Jahren wurden in Deutschland über fünf Millionen Füchse getötet, trotzdem hat sich die Zahl der Feldhasen in dieser Zeit um etwa 40 Prozent reduziert, die Zahl der Rebhühner um über 60 Prozent. Davon, dass die intensive Fuchsjagd zur Stabilisierung dieser Tierarten beiträgt, kann also keine Rede sein. Nicht der Fuchs ist die Ursache für den Rückgang dieser – nach wie vor bejagten – Arten, sondern die Zerstörung von Lebensraum und Nahrungsquellen, insbesondere durch die intensive Landwirtschaft.

​Füchse dienen weder als Lebensmittel, noch findet das Fell der Tiere Absatz. Etwa 97 von 100 getöteten Füchsen werden in Büsche geworfen oder bestenfalls verbuddelt. Das ist weder ethisch zu verantworten, noch ist das ein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes.

Ein weiteres Beispiel ist die Vogeljagd: Deutsche Jäger*innen töten über zwei Millionen Vögel pro Jahr

Wohl die wenigsten Menschen bekommen jemals die Waldschnepfe zu Gesicht. Sie lebt von Regenwürmern, Käfern, Tausendfüßlern. Auf der aktuellen Roten Liste steht sie auf der Vorwarnliste. Außerdem gilt sie gemäß Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Art! Dennoch wurden im Jagdjahr 2019/2020 fast 10.000 dieser Zugvögel in Deutschland geschossen. Von der Waldschnepfe werden die Eingeweide gelegentlich krossgebraten als „Schnepfendreck“ auf Toast serviert. Ist das ein vernünftiger Grund, eine „besonders geschützte“ Art zu jagen?

Insgesamt werden in Deutschland jedes Jahr über zwei Millionen Vögel im Rahmen der Jagd getötet – die wenigsten davon werden als Lebensmittel „verwertet“, den meisten als sogenannten Schädlingen nachgestellt. Belege dafür, dass die Jagd einen positiven Einfluss auf die Schadensituation durch Wildvögel in der Landwirtschaft hat, können allerdings nicht auf den Tisch gelegt werden. Für die meisten Vogelarten dürfte kein vernünftiger Grund für deren Bejagung vorliegen. In Situationen, wo es zu Konflikten zwischen den Nutzungsinteressen des Menschen und den Lebensraumansprüchen von Vögeln kommt, sollten Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden im jeweiligen Einzelfall geprüft werden. Für die meisten Probleme wird es Lösungen geben, die für die entsprechende Tierart nicht tödlich ist.

Wie sieht es mit Abschuss von Hunden und Katzen im Rahmen des Jagdschutzes aus?

Über den Abschuss von Hunden und Katzen in Deutschland gibt es keine verlässlichen Statistiken. Auf der Basis von Streckenlisten einiger weniger Bundesländer kann man aber davon ausgehen, dass etwa 200.000 bis 300.000 Katzen pro Jahr von Jägern erschossen oder in Fallen getötet werden. Schätzungsweise einige Hundert Hunde werden pro Jahr im Rahmen des Jagdschutzes getötet.

Rechtsgrundlage sind die in den Landesjagdgesetzen individuell geregelten Befugnisse der Jagdschutzbeauftragten. Ziel der Regelung soll der Schutz des Wildes vor Gefahren aller Art sein. Doch der läuft beim Abschuss von Katzen weitgehend ins Leere. Zum einen gibt es nur ganz wenige jagdbare Tierarten (Kaninchen, junge Feldhasen, Rebhuhn-/Fasanenküken), die überhaupt Opfer von Katzen werden könnten, zum anderen trägt die Tötung von Hauskatzen nicht zum Erhalt der Bestände dieser Tierarten bei. Die Tötung von Hauskatzen ist in Bezug auf den Nutzen unverhältnismäßig und der denkbar größte Eingriff in das Eigentumsrecht des Katzenhalters.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, Katzen im Rahmen des Jagdschutzes zu töten. Mittels milderer Maßnahmen als dem Tod kann man lokalen Problemen entgegentreten. Diese Probleme betreffen dann aber eher den Naturschutz als die jagdlich genutzten Arten. Zu den Maßnahmen gehören das Einfangen mit dem Ziel der Ermittlung des Katzenhalters, die Kastration, das Chippen und Registrieren. 

Als Mitglied im Aktionsbündnis Fuchs unterstützt tierretter.de e.V. die Kampagne „Keine Jagd ohne vernünftigen Grund“ – hier geht´s zur Petition: https://www.change.org/stopkilling

„Bündnis gegen Tierversuche Münster“ informiert über Tierversuche – Mahnwache am 24. April 2021!

tierretter.de ist Kooperationspartner vom Bündnis gegen Tierversuche Münster (BGT Münster), das ab sofort mit einer eigenen Homepage im Internet auf www.bündnis-gegen-tierversuche.de erreichbar ist.

Unter dem Motto „Tierversuche abschaffen – JETZT!“ veranstaltet das Bündnis verschiedene Aktionen wie Demos oder Mahnwachen, die das sofortige Ende von Tierversuchen fordern.

In Münster gibt es verschiedene Institutionen und Laboratorien, in denen zahllose Tiere bei Versuchen gequält und getötet werden. Neben vielen anderen Tieren sterben allein im Affenlabor von Covance (Covance Laboratories, Am Kesselfeld) jährlich etwa 2.000 Affen nach qualvollen Giftigkeitsprüfungen.

Im Universitätsklinikum Münster, der Zentralen Tierexperimentellen Einrichtung (ZTE, Albert-Schweizer-Kampus, Gebäude 8) leiden weitere Affen, Ratten, Mäuse, Kaninchen, Schweine und weitere Tiere bei fragwürdigen Tierversuchen.

Zahlreiche Meerschweinchen werden regelmäßig im Fachbereich Biologie Westfälischen Wilhelms Universität (WWU Münster, Badestraße 9) „verbraucht“, im Institut für Physiologie der WWU (Robert-Koch-Straße 27a) zudem weitere unzählige Ratten und Mäuse.

Auch das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin (MPI, Röntgenstraße 20) forscht in Münster an Mäusen und anderen Tieren.

An vielen weiteren Orten in Münster – oft mit Sorgfalt geheim gehalten – finden Tierversuche statt, denen sich das „Bündnis gegen Tierversuche“ entgegenstellt und die Betreiber*innen sowie die Politik zu einem Wandel in der Forschung hin zu einer tierversuchsfreien Forschung auffordert.

Mahnwache gegen Tierversuche am 24. April in Münster

Am 24. April 2021 ist der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche, an dem an vielen Orten für die Abschaffung demonstriert wird. In Münster veranstaltet an diesem Tag das „Bündnis gegen Tierversuche“ von 12:00 – 14:00 Uhr vor dem LWL-Museum für Kunst und Kultur an der Rothenburg in Münster eine Mahnwache.

Wir würden uns freuen, wenn ihr dabei seid!

Mehr Infos über das „Bündnis gegen Tierversuche“ gibt´s auf Facebook:

https://www.facebook.com/BuendnisGegenTierversucheMuenster

Und hier findest du das „Bündnis gegen Tierversuche“ auf Instagram:

https://www.instagram.com/buendnis_gegen_tierversuche_ms/

Am 27. März 2021 ist der internationale Welttag für das Ende der Fischerei

Fische werden in unserer Gesellschaft – genau wie andere, wirbellose Wassertiere – nicht als Individuen berücksichtigt und sind in keiner Weise geschützt. Die Mehrheit aller gezüchteten, gefangenen und getöteten Tiere, die zur Ernährung von Menschen und deren Zuchttieren dienen, sind Wassertiere. Ihr Schicksal ist der Öffentlichkeit nicht bekannt oder wird einfach ignoriert.

Der Welttag für das Ende der Fischerei fordert die Abschaffung der Fischerei und der Zucht von Fischen, Krustentieren und Kopffüßern.

Fischerei fordert jährlich Tausende Milliarden Opfer, die getötet werden. Unzählige von ihnen ringen stundenlang an der Luft mit dem Tod, werden lebendig zerstückelt oder man lässt sie einfach ausbluten.

Andere werden sterbend wieder zurück ins Meer geworfen, explodieren regelrecht aufgrund des Drucksturzes, wenn sie mit Netzen aus großen Tiefen aus dem Wasser gezogen werden.

Tiere aus Fischzuchten wiederum leben unter grausamen Bedingungen in schmutzigen, überfüllten Becken voller Parasiten.

Da Fische nicht in unserer terrestrischen Umwelt leben, weil sie nicht Säugetiere sind wie wir, weil sie ihre Emotionen nicht durch Mienenspiele oder hörbare Laute ausdrücken, sind diese Tiere in besonderem Maße Opfer von Speziesismus.

Da Fische uns nicht ähnlichsehen, identifizieren wir uns nicht mit ihnen und können ihr Leiden nicht nachempfinden. Wir unterschätzen ihre Fähigkeit zu leiden oder sich an etwas zu erfreuen ebenso wie ihre kognitiven und sozialen Kapazitäten.

Wir interessieren uns weder für sie noch für die Methoden, mit denen sie gefangen oder gezüchtet werden, bevor ihre toten Körper auf den Fischständen landen oder zu Fertigprodukten verarbeitet werden.

Gerade aufgrund ihrer „Unsichtbarkeit“ ist ein spezieller Tag notwendig, um die Abschaffung dieser Ausbeutung zu fordern:

Fischen ist nicht nötig: Wir müssen nicht Fisch oder andere Tiere essen, um gesund zu leben. Wir können uns gesund ernähren, ohne uns an diesem Massaker zu beteiligen. Es ist möglich, neue Einkommensquellen für die Menschen zu finden, die vom Fischfang leben. Außerdem können Anreize angeboten und wirtschaftliche Anpassungen vorgenommen werden. Alle Gesellschaften sind sich einig, dass Tiere nicht unnötig leiden oder sterben müssen.

Angesichts des unermesslichen Unrechts, das Fischen und wirbellosen Wassertieren angetan wird und der riesigen Anzahl der betroffenen Individuen müssen wir ihrer Ausbeutung ein Ende setzen. Wir können diese Sklaverei und den Mord für unseren Konsum nicht rechtfertigen.

Unzähliege Fische werden zudem für Tierversuche verwendet und in winzigen Aquarien als „Haustiere“ gehalten.

Die Forderung, Fischerei und Fischzucht abzuschaffen, ist eine Frage der Gerechtigkeit. Wie allen fühlenden Wesen sollen Fischen und wirbellosen Tieren Grundrechte zuerkannt werden: das Recht, nicht der Freiheit beraubt zu sein, nicht gefoltert und nicht getötet zu werden.

Zum „Fest der Liebe“ durch das Festtagsessen unendliches Leiden zu verursachen, das ist ein Widerspruch. Deshalb haben wir ein Menü zusammengestellt, das nicht nur gut schmeckt, sondern für das auch kein Tier leiden muss. Weiter lesen

Die Anzeige von vier Schweinemastbetrieben im Kreis Steinfurt, die tierretter.de bereits im vergangenen Jahr getätigt hatte, führte mittlerweile in allen Fällen zu Verurteilungen der Betreiber*innen der Anlagen. Einzelfälle? Mit Nichten! Industrielle Tierhaltung hat immer mit der Ausbeutung und Qual von Tieren zu tun. Nur eine tierfreundliche, vegan-basierte Lebensweise schließt die Unterstützung dieses Systems konsequent aus.

Bereits am 03.07.2020 kam es beim Amtsgericht Rheine zum ersten Prozess gegen einen der betroffenen Schweinemäster aus Emsdetten. Der Betriebsleiter selbst war nicht vor Ort, um sich zu den Zuständen auf seinem Hof zu äußern oder sich zu verteidigen, sodass die Richterin schnell zu einem Urteil aufgrund von deutlichen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz sowie der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung kommen konnte. Das Urteil lautete 40 Tagessätze von 80€, insgesamt also 3.200€. Zudem musste der Angeklagte die Kosten des Verfahrens tragen.

Die Ergebnisse der Verfahren aus den vergangenen Wochen zeigen nun erneut, dass wir die Landwirte zu Recht angezeigt hatten und sie nun daraufhin wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verurteilt wurden. Um Einzelfälle handelt es sich dabei jedoch nicht. Allein im Kreis Steinfurt leben zurzeit fast 1 Million Schweine. Die vier Ställe, bei denen es nun zu Urteilen gekommen ist, liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Sollte es sich dabei um Einzelfälle handeln, wäre das schon ein Zufall, der einem Sechser im Lotto gleichkäme. Jetzt nehmen sie noch die Informationen der letzten Jahre dazu: Immer wieder wurden solche Zustände öffentlich gemacht. Um Einzelfälle handelt es sich dabei nicht, Bedingungen wie diese gehören genauso zur Schweinemast, wie die schlechte Werbestrategie der sogenannten Tierwohl-Label. Tiergesundheit spielt in der industriellen Tierhaltung nur dann eine Rolle, wenn sie Profit bringt. „Tiergesundheit“ und „Tierschutz“ sind nur Phrasen in dem System der Tierausbeutung, um die Verbraucher*innen zu besänftigen. Art- und verhaltensgerechte Tierhaltung – wie sie im Tierschutzgesetz gefordert wird – werden durch die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung soweit runtergebrochen, dass das auf monetären Profit begünstigte System weiter Bestand hat und durch den Gesetzgeber legitimiert wird.

Die Veröffentlichungen von Aufnahmen, die durch Tierschützer*innen anonym angefertigt werden, werden immer wieder versucht zu verhindern oder die Aktivist*innen werden kriminalisiert. Der Einfluss der Bauernverbände reicht in diesem Zusammenhang sogar soweit, dass politische Forderungen formuliert werden, dass sogenannte „Einbrüche in Stallungen“ als Straftatbestände effektiv geahndet werden sollen. Die Landwirtschaft tut alles dafür, dass solche Aufnahmen nicht an das Licht der Öffentlichkeit gelangen. Dabei ist die industrielle Tierhaltung immer mit Tierquälerei verbunden, denn der Profit steht in diesem System immer über dem Wohl der Tiere. Begünstigt wird dieses System dadurch, dass interne Kontrollinstanzen nicht funktionieren oder Behörden nur dann wirklich aktiv werden, wenn die Öffentlichkeit über Fälle wie diesen Kenntnis hat und dort somit der Druck entsteht, Konsequenzen ziehen zu müssen.

Verantwortung übernehmen! – Jetzt! – vegan leben!

tierretter.de wurde Mitte 2019 umfangreiches Videomaterial aus verschiedenen Schweinemastbetrieben im Kreis Steinfurt übermittelt. Die Betreiber der Anlagen wurden angezeigt. Jetzt ist ein Urteil gesprochen worden. Weiter lesen

Im Januar 2019 wurden wir auf eine Ponyhaltung im Stadtbereich von Essen aufmerksam gemacht. Dort sollte eine Pferdehalterin bereits seit Jahren ein Pony in einer dunklen, ca. 3×3 Meter kleinen Gartenhütte dauerhaft und ohne jeglichen Auslauf halten. Die Bilder sprechen für sich. Umgehend hatten wir das zuständige Veterinäramt in Kenntnis gesetzt, um dem Pony schnellstmöglich zu helfen und es aus dieser schlimmen Haltung zu befreien.

Eingesperrt und vernachlässigt: Pony in Essener Gartenlaube

Juli 2019 hatten wir dann routinemäßig bei dem Amt nachgefragt, ob der Fall seitens der Behörde abgeschlossen sei. Dieses Telefonat führte dazu, dass der Fall „in der Priorität hoch rutscht“ (O-Ton des Mitarbeiters) und jetzt weiter bearbeitet werden solle. Bei unserer Nachkontrolle rund vier Wochen nach diesem Telefonat konnten wir leider keinerlei Veränderung zu unseren mittlerweile acht Monate zurückliegenden Beobachtungen feststellen.

Rechts im Bild: in diesem Schuppen stand das Pony über viele Jahre

Ein aktuelles Bild, das im Mai 2020 entstand, zeigt nun, wie das Pony vor der Gartenhütte in einem kleinen Auslauf steht. Wenn das ein zufriedenstellendes Ergebnis darstellen soll, hatten wir uns das allerdings schon noch etwas anders vorgestellt. Eine Wiese vielleicht, mit Möglichkeiten sich mal richtig zu bewegen, echtes Gras unter den Hufen und noch ein bisschen mehr Zuwendung, vielleicht sogar Artgenoss*innen wären bestimmt so richtig toll gewesen…

Der ganze „Lebensraum“…, für dieses Pony bestimmt kein Lebenstraum!

Um die aktuellen Umstände der Ponyhaltung besser nachvollziehen zu können, haben wir das Veterinäramt erneut kontaktiert und offiziell folgende Fragen zukommen lassen:

1. Zu welchem Zeitpunkt und wie oft insgesamt wurde die Tierhaltung durch Ihre Behörde überprüft?

2. Welche Missstände bzw. Mängel wurden genau festgestellt?

3. Wurden Auflagen für die Tierhaltung erteilt?

4. Nach welchen Kriterien, gesetzlichen Rahmenbedingungen, Gutachten wird die Haltung von Pferden durch Ihre Behörde beurteilt?

5. Stellt die Tatsache, dass das Pferd aktuell über einen kleinen Freilauf verfügt eine Verbesserung dar?

6. Gibt es noch ausstehende Auflagen, die zurzeit durch die Tierhalterin nicht erfüllt wurden?

Die Antwort auf diese Fragen erreichte uns vor wenigen Tagen von der Pressestelle der Stadt Essen: „Aus datenschutzrechtlichen Gründen können seitens der Stadtverwaltung keine Auskünfte und Details über Maßnahmen und Ermittlungserkenntnisse weitergegeben werden. Mitgeteilt werden kann, dass durch die Stadt Essen eine Ordnungsverfügung erlassen und die darin geforderten Maßnahmen umgesetzt wurden. Seitens des Veterinäramtes wurden entsprechende Kontrollen durchgeführt, aus denen keine Beanstandungen hervorgingen. Demnach wird der Sachverhalt vom Veterinäramt der Stadt Essen als abgeschlossen betrachtet.“

Dieser Fall stellt leider keinen untypischen Verlauf dar, bei unserer täglichen Arbeit haben wir mit unzähligen Veterinärbehörden zu tun. Transparenz scheint dabei in vielen Fällen ein Fremdwort zu sein, was bei uns zu wenig Nachvollziehbarkeit in der Bearbeitung von Tierschutzfällen durch die zuständigen Behörden nach sich zieht. Dennoch ist es unermesslich wichtig, jedes Vergehen und jede Vernachlässigung von Tieren dort zur Anzeige zu bringen und zu dokumentieren.

Wenn ihr selbst Zeuge oder Zeugin von Missständen werdet, solltet auch ihr das umgehend melden. Wir unterstützen euch dabei:
Misstand melden!

Auf einer Weide direkt neben einer Freiland-Hühnerhaltung haben wir in der vergangenen Woche eine illegal aufgestellte Kastenfalle entdeckt. Die Falle war weder verblendet, ausgeschildert, behördlich registriert noch mit einem elektronischen Fangmeldesystem ausgestattet, wie es das Jagdgesetz in NRW fordert. Weiter lesen
Nachdem tierretter.de bereits im August dieses Jahres aufgrund einer uns anonym zugestellten Tierschutzmeldung Recherchen zu diesem Fall aufgenommen hatte, konnten wir zahlreiche Verstöße gegen die Tierschutz Hundeverordnung belegen. Weiter lesen
Bereits Ende August haben wir eine Kettenhundehaltung im Landkreis Minden-Lübbecke angezeigt. Auf einer Recherche-Tour konnten wir damals zufällig Augenzeuge von einer erschreckenden Situation werden, als wir beobachteten, dass gleich zwei große Hunde an Ketten gehalten wurden. Weiter lesen
Wer die Nutzung und Schlachtung von Tieren aus ethischen Gründen ablehnt und sich entscheidet, keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren, ernährt sich vor allem von Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte und Nüsse. Dass es sich bei diesen in ihren Inhaltsstoffen um rein pflanzliche Lebensmittel handelt ist klar, doch wie sieht eigentlich der Anbau dieser Lebensmittel aus? Weiter lesen
Nur zufällig haben wir Anfang Oktober im Kreis Borken einen Hund gesehen, der mit einem sogenannten Ferntrainer (Teletakt-Gerät mit Elektroschock-Funktion per Fernbedienung) ausgestattet wurde. Weiter lesen
Im August hat tierretter.de aktuelles und umfangreiches Filmmaterial aus vier Schweinemastbetrieben im Kreis Steinfurt veröffentlicht. Viele Medien haben dieses Material zum Anlass genommen um darüber zu berichten.  Weiter lesen
tierretter.de wurde Mitte 2019 aktuelles und umfangreiches Videomaterial aus vier verschiedenen Schweinemastbetrieben im Kreis Steinfurt übermittelt. Die Zustände, die auf diesen Filmaufnahmen zu sehen sind, scheinen symptomatisch für einen gesamten Geschäftszweig der Landwirtschaft zu sein, in dem Tierquälerei zum Arbeitsalltag gehört. Weiter lesen